Es gab schon zahlreiche Anfragen, ob der GC Wizard auch das Koordinatensystem what3words (w3w) unterstützen könnte. Dazu hier unsere drei Wörter:

Was ist what3words?

w3w ist ein von einem Unternehmen entwickeltes System zur möglichst einfachen Adressierung der Welt. Dafür wird diese in ein 3x3m Raster aufgeteilt. Jedem Quadrat werden nun drei aussprechbare Wörter zugeordnet. Benötigt man nun einen Standort oder eine Adresse irgendwo auf der Welt, müssen keine endlosen Zahlenkolonnen oder komplizierten Adressschemata übermittelt werden, sondern eben nur noch diese drei Wörter. Auf der Webseite des Unternehmens kann man dann nachschauen, wo diese drei Wörter auf der Welt hinzeigen. Das soll beispielsweise die Kommunikation im Rettungswesen vereinfachen, oder eben auch strukturschwächeren Gegenden überhaupt die Möglichkeit einer Adressierung verschaffen.

Wie funktioniert what3words?

w3w stellt einen Server im Internet zur Verfügung. Auf diesem befindet sich die Datenbank mit einer Liste, wo die drei fraglichen Wörter einer Koordinate zuordnet sind. Diese Liste ist nicht öffentlich einsehbar, sondern ausschließlich über die Anbindung der Webseite ansprechbar.

Nun sind Wörter nicht (nur) mit einem maschinellen Algorithmus errechnet sind, sondern auf Grundlage verschiedenster Faktoren zumindest stark menschlich beeinflusst, wie bspw. ähnliche Aussprache unterschiedlicher Wörter oder unterschiedliche Schreibweisen/Schreibfehler bestimmter Wörter. Damit will man vermeiden, dass ähnliche Wortkombinationen zu nah aneinander liegen, sodass es bei der Übertragung bspw. an einen Post- oder Rettungsdienst nicht zu Missverständnissen kommt. Das führt aber auf der anderen Seite auch dazu, dass diese Liste nicht ohne Weiteres rekonstruiert werden kann, weil man die menschlichen Bearbeitungen nicht im Detail kennt.

Was ist nun das Problem?

Es gibt ein technisches und ein – sagen wir – politisches.

Das technische Problem ist einfach: Würde man die Wortlisten kennen, wären sie sehr sehr groß. Die Welt in 3x3m Kästchen zu unterteilen resultiert in 57 Billionen (!) Quadraten (Quelle: Wikipedia). Selbst mit verschiedenen Optimierungen ergibt diese Zahl eine riesige Speichermenge. Das ist aktuell und mindestens in mittlerer Zukunft keine Option für ein mobiles Gerät. Unterschiedliche Sprachen noch nicht mitgerechnet.

Nun könnte man einfach eine Online-Anbindung an die Schnittstelle zur Verfügung stellen, wie es andere Tools bereits tun. Doch das widerspricht ein wenig der Idee, dass der GCWizard eben ein reines Offline-Tool sein und eben auch in der hintersten Mongolei ohne Empfang funktionieren soll (Kartenansichten sind hier natürlich die berühmte Ausnahme). Das wäre hier nicht mehr möglich, da ein Internetzugriff auf die Webseite des Unternehmens zwingend notwendig wäre.

Aber selbst, wenn man sich zu einer Ausnahme durchringen würde, bliebe da noch das politische Problem:

w3w ist ein geschlossenes, unfreies, kommerzielles System (was aus meiner Sicht schon einmal dem erklärten Ziel widerspricht, Hilfsorganisationen zur Verfügung zu stehen). Es ist sogar patentrechtlich lizensiert. Dies nutzt das dahinter stehende Unternehmen, um jegliche ähnlich gelagerte Entwicklung komplett zu unterbinden. So gab es beispielsweise das WhatFreeWords-Projekt, die das System als freies OpenSource-Projekt nachgebaut haben. Dieses Projekt wurde vom Unternehmen juristisch belangt und in dessen Folge verboten.

Unserer Meinung nach verträgt sich ein derartiges Geschäftsmodell nicht mit den Ansprüchen eines OpenSource-Projektes. Deshalb möchten wir dieses Unternehmen nicht mit einer Einbindung in den GCWizard unterstützen, der ja auch OpenSource ist.

Und so wird – auch wenn es aus nachvollziehbaren Gründen nachgefragt wird – w3w kein Bestandteil des GCW sein, so lange ich meine Finger mit im Spiel habe.