Update 09/2020: Vergleich mit GCW 1.1.0 anstelle von 1.0.0

Die 1.0 Version des GCWizard hatte das erklärte Ziel, den GCC komplett zu ersetzen, mit neuen Technologien und darüber hinaus auch eine iOS-Version bereit zu stellen. Wie sieht die Realität aus?

Um es vorweg zu nehmen: Nein, der GCWizard hat es noch nicht geschafft, den GeoCache Calculator zu 100% zu ersetzen. Es fehlen noch einzelne Krypto-Funktionen sowie einige Symboltabellen.

Warum wurde dann eine Version 1.0 veröffentlicht und nicht eine Version 0.9?

Weil der jetzige GCW bereits jetzt sehr viel mehr kann als nur den GCC zu ersetzen. Und er ist damit in der Lage, nicht nur als „Schatten“ oder als „Nachfolger“ vom GCC zu wirken, sondern als komplett eigenständiges, neues Tool angesehen zu werden.

Was kann der GCW (noch) nicht?

  • Affine (GCW 1.1.0)
  • BCD (GCW 1.1.0)
  • Chao
  • DNA (GCW 1.1.0)
  • Gade
  • Geschoss (GCW 1.1.0)
  • Gray (GCW 1.1.0)
  • einzelne obskure Hashes
  • Hitzeindex (GCW 1.1.0)
  • Homophon
  • RC4
  • RSA (GCW 1.1.0)
  • Solitaire
  • sowie einige Symboltabellen (aktuell 73 vs. 107 Tabellen, wobei auch der GCW welche hat, die der GCC nicht kann) GCW 1.1.0 hat 111 Tabellen vs. 107, die der GCC mitbringt. Allerdings heißt das nicht notwendiger Weise, dass es eine komplette GCC-Abdeckung gibt. Einzelne Tabellen fehlen bestimmt noch.

Was kann der GCW besser, anders, zusätzlich?

Übersichtlichkeit

Die augenscheinlichste Neuerung des GCWizard sind nicht bestimmte Tools, sondern seine Bedienung. Eine besonders wichtige Funktion ist die „Favoriten“-Funktion. Anstelle eine endlose Liste mit nichtssagenden Begriffen nach „seinem“ Tool zu durchsuchen, kann man nun sein eigenes Tool-Set in der Favoriten-Ansicht sammeln. In den Einstellungen kann man auch festlegen, dass die Favoriten-Ansicht immer direkt bei Start angezeigt wird.

Weiterhin wird für jedes Tool eine kleine Beschreibung und/oder ein Beispiel in der Liste angezeigt, um zumindest eine kleine Idee zu geben, wie ein mögliches Ergebnis nach der Verwendung eines Tools aussehen könnte. Dies erleichtert das allgemeine Rätselraten um bestimmte Codierungen etwas.

Koordinaten: Präzision und Kartenansicht

Bei der Portierung der Koordinatenfunktionen sind etliche Ungenauigkeiten, sogar Fehler bis hin zu Nichtfunktion (z.B. Rückwärtseinschnitt) aufgefallen. Hier wurde massiv nachgearbeitet.

Zusätzlich wurde mit dem Mantra gebrochen, dass es keine Berechtigungen in der App geben darf. Der GCW benötigt den Internetzugriff – um die errechneten Koordinaten auf einer Karte (wahlweise OpenStreetMap oder die Satellitenansicht von Mapbox) anzeigen zu können, inkl. hochpräziser grafischer Darstellungen von geodätischen Linien und Kreisen (inkl. Einberechnung der Verzerrungen durch die Kartenprojektion).

Hinzu kamen außerdem verschiedene neue Koordinatenformate (Slippy Map, OpenLocationCode/PlusCode, Quadtree und die Waldmeister-ReverseWIG-Darstellung), das schon oft angesprochene Variable-Koordinaten-Tool, das seine Mächtigkeit vor allem im direkten Zusammenspiel mit dem Formelrechner entfaltet, sowie eine Einfügen-Funktion, die aus dem Zwischenspeicher Koordinaten unterschiedlichster Formate automatisch erkennen und einlesen kann.

Symboltabellen

Die Symboltabellen beim GCC waren einfach eine Grafikansicht, bei der man sich bestimmte Tabellen in (durch die damalige Limitierung der Datenraten bedingt) geringer Qualität als eine Gesamtübersicht anschauen konnte.

Der GCWizard zeigt nun die Symbole einzeln an und man kann mit ihnen schreiben und interagieren.

Formelrechner

Der Formelrechner ist sehr viel mächtiger geworden und fügt sich nun besser in das Gesamtsystem ein.

Die eingegebenen Werte sind nun auf bestimmte Formelgruppen eingegrenzt. Das heißt, man kann sich Gruppen bspw. für unterschiedliche Multi-Caches machen, die unterschiedliche Werte bekommen. Der GCC hat die eingegebenen Werte auf alle Formeln angewendet, was zur Folge hatte, dass man das A der Formel von Multi 1 auch in der von Multi 2 sah oder umgekehrt.

Die Formeln lassen sich jetzt bequem kopieren und auch exportieren, sodass Mitspieler die Formeln und Werte direkt übernehmen können, oder man die Formeln einfach am Browser vorbereiten kann.

Im Zusammenspiel mit dem neuen Variable-Koordinaten-Tool lassen sich fehlende Werte problemlos interpolieren. Mögliche Werte werden direkt auf Karte angezeigt.

Sonstige neue Tools

  • Abaddon
  • CCITT-1
  • Datums- und Zeitfunktionen (Tagerechner, Wochentage)
  • Decabit
  • Einheiten-Umrechner
  • Enten-/Räuber-/Hühner-/Löffelsprache
  • Gronsfeld/Trithemius
  • Kombinatorik
  • TomTom
  • Windstärke (Beaufort)

Dadurch, dass wirklich alle Funktionen von Grund auf neu programmiert wurden, wurden auch nahezu überall Erweiterungen (siehe z.B. Buchstabenwerte), Oberflächenverbesserungen – und, wenn nötig, Bugfixes vorgenommen.

Und was ist nun mit der versprochenen iOS-Version?

Das ist eigentlich schon klar, oder? 🙂

Sonst noch was?

Nun, ich finde, in eine solche Liste gehört auch, dass der GCW komplett OpenSource und unter die freie Lizenz GPLv3 gestellt ist.

Das heißt, jeder kann den Quellcode einsehen, die Grafiken, etc. Jeder darf sich an der Entwicklung beteiligen, eigene Tools damit basteln, andere hinzufügen, sogar eine eigene App daraus basteln.

Und wenn ich als Maintainer einmal keine Lust mehr habe, dann steht es jedem frei, sich zu bedienen und die Entwicklung voran zu treiben. Das ging beim GCC aufgrund von Closed-Source nicht, weswegen es zum Stillstand bei der Weiterentwicklung kam.